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Die Google Suchanalyse: Rich-Suchergebnisse und Strukturierte Daten

Die Google Suchanalyse: Rich-Suchergebnisse und Strukturierte Daten

Also: Was sind eigentlich strukturierte Daten?

Strukturierte Daten stehen per Definition für Daten, die einen hohen Organisationsgrad aufweisen, eine hohe Qualität haben und von Suchmaschinen daher einfach verarbeitet werden können. 

Nehmen wir an, wir haben eine Website mit unzähligen Unterseiten – dann können Suchmaschinen diese Subpages indexieren und den Inhalt herausbekommen. Allerdings kann dies viel Zeit in Anspruch nehmen. Wie lange, hängt vom Traffic der Website ab.

Wenn man den Suchmaschinen aber explizit mitteilt, was auf einer Website enthalten ist, werden die Indexierung und Darstellung vereinfacht und beschleunigt. Außerdem generieren die Suchmaschinen dann, wenn möglich, Rich-Suchresultate und Rich Snippets.

Beispiele

Rich Snippets und Rich-Suchresultate
Rich Video Snippets und Rich-Suchresultate

 

Im ersten Bild auf der linken Seite sehen Sie Suchresultate, die in der Google Karussell-Ansicht auftauchen. Zwei davon sind als VideoObjects markiert, die zu den jeweiligen Playern verlinken. Im zweiten Bild rechts sehen wir ähnlich dazu eine Liste von Veranstaltungen (in unserem Fall handelt es sich um Filme), die auf einer Website verfügbar sind.

Datentypen

Es gibt verschiedenste Ansätze mit strukturierten Daten zu arbeiten. Zwei der häufigsten und simpelsten Varianten sind Mikrodaten und JSON-LD. Hier eine kurze Erklärung zu diesen beiden Typen:

 

Mikrodaten

Mikrodaten bestehen aus gewissen Inline-HTML-Attributen, die das Schema.org-Vokabular definieren; darunter beispielsweise die dargestellte Content-Art. Allerdings handelt es sich hier um die am wenigsten empfohlene Methode zur Definierung strukturierter Daten, das geben sogar die Entwickler selbst zu.

mikrodaten

 

Nichtsdestotrotz gilt der Grundsatz: Die Bereitstellung strukturierter Daten ist besser, als wenn gar nichts bereitgestellt wird. Meiner Erfahrung nach wäre es ein Fehler, strukturierte Daten für JSON-LD total zu ignorieren. Mikrodaten funktionieren beispielsweise ausgezeichnet mit auto-generierten Markierungen – darauf werde ich aber später noch im Detail eingehen.

 

JSON-LD

JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data) ist ganz ählich aufgebaut. Es wurde basierend auf demselben Konzept entwickelt, mit dem man Browsern die Inhalte erklären kann, die sich auf einer Website befinden. Im Bereich Active Development von Google hat sich JSON-LD zum aktuellsten Web-Standard gemausert. In Verbindung mit schema.org sorgt es beispielsweise dafür, dass die erweiterten Suchresultate, Rich-Snippets und der Knowledge Graph des Webs verbessert werden.

Json ld

Wie man Rich-Suchergebnisse und die Usability von Websites verbessern kann

Datentypen

Es gibt unzählige Datentypen, die sowohl von Google, als auch vom Schema.org-Vokabular unterstützt werden und aus denen man als Anwender frei wählen kann – ein paar spezifische Unterschiede zwischen den möglichen Datentypen gibt es aber natürlich. Welche das sind, werden wir im Rest des Beispiels anhand von Breadcrumbs und Movies näher erläutern.

Breadcrumbs

Breadcrumbs kommen als Navigationshilfen für Nutzer zum Einsatz, damit diese sehen können, auf welcher Seite sie sich aktuell befinden, sowie alle vorherigen Seiten, die zum Ursprung der Seite zurückführen.

Die Details

In diesem Beispiel stellen wir uns vor, wir sind auf folgender Unterseite: www.example.com/movies/mission-impossible-fallout

Breadcrumps

Auf den ersten Blick erscheinen Breadcrumbs relativ selbsterklärend, allerdings müssen wir auf ein paar spezifische Dinge achten, um dafür zu sorgen, dass Google unsere Daten korrekt indexiert.

Erstens: Das Root-Element “Home” kann kein Gegenstand des Breadcrumb-Objekts sein. Andernfalls wird Google die Root-Seite wie unterhalb gezeigt doppelt indexieren:

www.example.com › Home › Movies › Mission Impossible: Fallout

Tatsächlich möchten wir erreichen, dass unsere Website wie folgt aussieht; Home ist dabei die Root-Seite.

www.example.com › Movies › Mission Impossible: Fallout

Zweitens: Die erste Unterseite “Movies” ist Level 1 und “Mission Impossible: Fallout“ ist Level 2. Aber Achtung: Die aktuelle Seite sollte nicht verlinkt werden!

Ein Beispiel mit Breadcrumb Mikrodaten

Wie oben bereits erwähnt, sollten wir keinesfalls die Root-Seite als listItem innerhalb der BreadCrumbList hinzufügen. Allerdings können wir dennoch einen Link zu ihr setzen, ohne dass wir Nachteile befürchten müssten.

Die erste Unterseite muss:
1).
Den Typ ListItem haben
2).
Eine Position (Level) von 1 haben
3). Nach dem aktuellen Item ein Trennzeichen haben, wie z.B. > | ||, etc.

In den Beispielen von Google kommt das ›-Trennzeichen besonders häufig vor, weshalb ich mich ebenfalls dafür entschieden habe.

Google Beispiel

Movies

Seltsamerweise wird das Movie-Objekt vollständig unterstützt und taucht auch in Rich-Snippets/Rich-Suchresultaten auf, in der Liste mit unterstützten Datentypen ist es allerdings nicht enthalten.

Movies scheinen in verschiedensten Arten von Suchergebnissen auf, immer abhängig vom jeweiligen Gerät und der Suchanfrage.

In der Theorie verbessern Rich-Suchresultate wie z.B. Videos und Filme die Klickrate.

Mobile Rich Snippet

Mobiles Rich-Snippet

Die sehen doch schonmal richtig gut aus, oder? Also los, dann generieren wir gleich mal ein paar Markierungen! Aber immer langsam.... Denn natürlich hat Google ein offensichtliches Interesse daran, seine eigene Video-Plattform YouTube als erste zu promoten. Aus diesem Grund kann es extrem schwierig sein, Previews wie diesen in den SERPS (Search Engine Results Page, als die „Suchmaschinen-Ergebnisseiten“) zu bekommen.

Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass man nach der Implementierung innerhalb von wenigen Tagen oder vielleicht sogar Wochen Rich-Resultate erhält. Dabei kommt es vor allem auf Google und die geheimen Algorithmen der Suchmaschine an, aber auch die richtige Markierung aller Daten ist extrem wichtig. Zu guter Letzt ist auch ein bisschen Glück nötig – also bloß nicht die Geduld verlieren.

Das Testen von strukturierten Daten

Google liefert uns ein paar praktische Tools, mit denen wir strukturierte Daten testen können. Manchmal erlaubt uns Google sogar, eine beispielhafte “Vorschau”, bei der wir uns anschauen können, was die Suchmaschine basierend auf unserer Markierung generieren würde. Das erste Tool, das ich hierfür allen ans Herz legen würde, ist das sogenannte Structured Data Testing Tool.

Mit diesem Tool haben wir die Möglichkeit, unsere strukturierten Daten über einen Website-Crawler abzurufen und/oder den Code-Schnipsel direkt hineinzukopieren, um gültige/ungültige Mikrodaten und JSON-LD zu sehen.

Probiert es doch gleich selbst aus:

<script type="application/ld+json">
{ 
   "@context":"http://schema.org",
   "@type":"Movie",
   "url":"https://www.tele5.de/mediathek/filme-online",
   "name":"Mission Impossible: Fallout",
   "description":"Ethan Hunt and the IMF team join forces with...",
   "image":"https://www.example.com/image.jpg",
   "dateCreated":"1977-12-31T23:00:00Z",
   "datePublished": "2018-08-05T22:00:00Z",
   "expires":"2018-08-12T22:00:00Z",
   "duration":"P0DT1H27M13S",
   "director":"Christopher McQuarrie"
}
</script>

Und so interpretiert man das generierte Resultat:

Wenn wir ausreichend Informationen eingeben, damit in Google ein mögliches Rich-Suchergebnis angewendet werden kann, wird ein Button namens [PREVIEW] erscheinen. Bloß keine Panik, wenn euer Resultat anders aussieht als jenes weiter unten. Schließlich spielen bei der Generierung des korrekten Thumbnails mehrere Faktoren eine Rolle. Wenn das Bild beispielsweise erst vor Kurzem hochgeladen wurde oder von Google noch nicht indexiert wurde, kann es sein, dass die Preview leer bleibt und nichts angezeigt wird.

strukturierte Resultate

Resultat der Datenstruktur – 0 Errors, 0 Warnings

 

Alternative Ressourcen

Unglücklicherweise testet sich Google in der aktuellen Phase durch diverse Beta-Versionen der Google Search Console, der Analytics und der Testtools für strukturierte Daten – es ist schwierig, sich auf die genauen Anforderungen einzustellen. Wenn man aber während des Testens darauf achtet, Informationen mit minimalen Warnungen und keinen Fehlermeldungen bereitzustellen, werden die Markierung oder das JSON-LD aber höchstwahrscheinlich gültig sein.

Rich-Suchresultate testen

Von diesen Schwierigkeiten mal abgesehen, wird uns dieses Tool eine nette Vorschau generieren – wenn auch nur für die mobile Ansicht.

Test der Search Appearance

Unter Search TrafficSearch Analytics Search Appearance

Search Analytics

 

Hier können wir, falls vorhanden, unsere Rich-Suchresultate ansehen – also bei Impressions, CTR (Klickrate) und Position pro Suchanfrage.

Aber Achtung: Die Resultate sind um drei Tage verzögert!

 

Ereignisse

Grundsätzliche gibt es zwei Arten von Ereignissen: Kurzfristige und langfristige.

Kurzfristige Ereignisse

Derartige Ereignisse werden von Google jeden Tag indexiert, solange immer mehr neue Ereignisse verfügbar sind. Das kann besonders nützlich sein, wenn der Content oder das Ereignis eine sehr kurze Lebensdauer hat.

search results

Die Vorteile

Wenn wir nun eine Reihe von Ereignissen haben, die von Google aufgegriffen werden sollen, wäre das die empfohlene Methode, um Ereignisse anzuzeigen. Die Rich-Suchresultate werden sich konstant verändern, solange es verfügbare Daten gibt. Dadurch werden sich die Impressionen für dieses Suchergebnis erhöhen – wodurch sich in der Theorie auch die Klickrate der Website verbessern sollte.

Die Nachteile

Ordnet man die Daten allerdings als kurzzeitig ein, wenn nicht genügend Suchdaten vorliegen, könne das dazu führen, dass die Suchergebnisse wenig überzeugend sind.

Langfristig

Ereignisse werden mit einem Start- und einem Enddatum indexiert. Die indexierten Resultate bleiben bestehen, bis zumindest eines der beiden erlischt.

Vorteile

Die exakten Daten für ein verfügbares Ereignis können sehr wichtig sein, wenn Ereignisse viele Tage oder sogar Wochen andauern, wie z.B. ein mehrtägiges Musik-Festival oder ein Sport-Ereignis.

Nachteile

In diesem Zusammenhang sind wir im Development aber auch schon mal auf folgendes Problem gestoßen: Wenn wir Google entscheiden lassen, welche Daten es von alleine anzeigen soll (maximal 3 Ereignisse auf einmal auf Desktop und Mobile; exklusive aller anderen Suchresultate) –könnten wir dann im schlimmsten Fall mit Daten dastehen, die wir überhaupt nicht angezeigt haben wollen. Und die verschwinden blöderweise erst wieder, wenn mindestens eines der Ereignisse abgelaufen ist.

search results 2

Fazit & Grundgedanken

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, um Suchmaschinen zu zeigen, was auf einer Website alles enthalten ist. Am besten macht man, was in der eigenen, individuellen Situation Sinn macht.

Merksatz: Mikrodaten sind nicht obsolet

  1. Wenn es möglich ist, die Daten für die Seiten-Hierarchie zur Verfügung zu stellen, bieten sich Mikrodaten an. Ich hatte mal den Auftrag, BreadcrumbList zu bereits existierenden Seiten hinzuzufügen. Glücklicherweise gab es bei diesem konkreten CMS die Möglichkeit, auf übergeordnete Seiten zuzugreifen. So konnten wir die ganze Hierarchie hinauf bis zur Root-Seite crawlen. Wir wollten hauptsächlich die Navigation für die Nutzer verbessern, weshalb Mikrodaten (also sichtbare Daten) mehr Sinn machten als JSON-LD. Ein paar Beispiele gibt es hier.
  2. Ich war circa 8 Jahre alt, als die hCalendar – Mikrodaten zum ersten Mal verwendet wurden, um Event-Informationen zu markieren. Erfahren habe ich von diesem Mikrodaten-Format überhaupt nur, weil ich nach Seiten gesucht haben, die meinen eigenen Beispielen ähnlich sind. Und nach all diesen Jahren werden die hCalender-Mikrodaten neben BroadcastEvent immer noch erfolgreich verwendet. Na, konnte ich mit diesem Beispiel Zweifler von der Relevanz von Mikrodaten überzeugen?

 

Tool-Tipps

Es gibt zahlreiche Tools, die wir verwenden können, um Social Sharing Previews zu sehen, strukturierte Daten zu validieren und nachzusehen, ob unsere Markierungen gültig sind. Hier also meine wichtigsten Helfer:

Steal Our JSON-LD: Ist ein großartiges Tool, um gültige JSON-LD-Snippets zu sehen.

Schema.org Examples: Einfach gesagt handelt es sich hier um ein vollständiges Wörterbuch der Entwickler höchstselbst. Ich würde es jedem ans Herz legen, hier die Mikrodaten/ JSON-LD- Beispiele zu testen.

Structured Data Testing Tool Chrome Extension: Von diesem Tool habe ich erfahren, nachdem ich Event-Markierungen auf einer sehr beliebten Seite durchgeführt hatte. Es ist ein äußerst praktisches Tool, wenn man es mit Problemen bei strukturierten Daten zu tun hat und man ein schnelles Troubleshooting braucht.

Und das war´s auch schon!

Danke fürs Lesen!

Ich hoffe sehr, euch hat dieser Text gefallen und ihr konntet ein paar praktische Tipps daraus mitnehmen! Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, freuen wir uns über einen Kommentar!

 

Über den Autor:
Garrett Vorce
Garrett Vorce
Full-Stack-Developer /

Unser jüngster Mitarbeiter Garrett kommt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten und ist ein waschechter Full-Stack-Developer.

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